Der Mond in den Zeichen

Der Mond steht symbolisch für unsere seelischen Anlagen, unsere Gefühlsorientierung und für die Geborgenheit die wir brauchen, um uns sicher und wohl zu fühlen. Auf der pysischen Ebene stellt er unsere Erbanlagen, im Mentalen unsere Erberinnerung, im menschlichen Dasein das innere Kind, dar. Sein Element ist das Wasser und sein Domizilzeichen ist der Krebs, erhöht ist er im Zeichen Stier.

Die Stellung des Mondes im Horoskop kann nicht alleine gewertet werden, sie ist aber nach der Sonnenstellung, die die 1. Instanz darstellt, die 2. Instanz der planetaren Konstellation. Je nach seiner Stellung im Tierkreiszeichen, seiner Häuserpositionierung und Aspektierung kann er seine ureigenen Qualitäten mehr oder weniger entfalten. Seine Entfaltung strebt er unentwegt an, da er unsere Gefühlswelt, die sich unserem direkten Bewusstsein entzieht, darstellt. Er versinnbildlicht auch das Traumhafte und Süchtige in uns und die Illusionen, die wir manchmal zum Leben brauchen, bis wir die Klarheit, die die Sonne darstellt, ertragen können. 
 
Geologisch betrachtet ist der Mond ein Abkömmling der Erde, ein Trabant und steht deshalb in einem starken magnetischen Feld mit der Erde. So beeinflusst er uns Menschen als nächtlich schillernder, sich stets veränderbarer Himmelskörper und steht für die Wandelbarkeit in uns. Er beeinflusst die Verbindung zwischen Natur und Mensch, z. B. die Gezeiten, die Natur der Frau in ihrem steten Regelzyklus, ihrer Empfängnisbereitschaft, in Schwangerschaft und Geburt. Er ist auch ein wichtiger Mitauslöser von Zyklen im weiteren Sinn, z. B. Ereignisse wie Massenschicksale oder das Ende des Lebens. Viele Sagen, Mythen und Märchen erzählen uns Geschichten über diesen mystischen Himmelskörper, der immer ein wenig geheimnisvoll wirkt.

 

                                           

                                           

 

Mondendinge

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.

Heulend fletschen sie die Zähne
auf der schwefligen Hyäne.

Aus den Kratern aber steigt
Schweigen, das sie überschweigt.

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien...

(Christian Morgenstern)

 

 


                
Mond in Widder 

 

 

Hier ist der Mond "feurig", da er in einem Feuerzeichen steht. Geborgenheit in sich empfindet man hier schwer, da man sich gefühlsmäßig nicht relaxen kann. Hier ist eine latente "Verteidigungsstellung" vorhanden. Wenn der Mensch sich hier in seinen Gefühlsinteressen nicht beeinträchtigt sieht, bleibt die Streitsucht verborgen, sieht er sich verletzt, dann ist er sofort bereit, heftig zu reagieren. Positiv sehen wir hier den Menschen, der mit großem Eifer, Tatkraft und scheller geistiger Auffassungsgabe bereit ist, für eine Sache zu kämpfen, die er aufrichtig vertritt. Pioniergeist


Mond in Stier

Hier hier ist der Mond "erdig", da er in einem Erdzeichen steht. Geborgenheit findet man hier besonders in der Absicherung, sei es, dass man ein dickes Bankkonto hat, ein Haus mit Garten besitzt oder - wenn man kleinere Brötchen backen muss - ein gut belegtes Frühstücksbrot genießen kann. Sinnlichkeit und eine herzliche Verbundenheit mit der Natur sind hier einfach einverleibt. Bei positiven Aspekten fühlt sich hier der Mensch wohl in seiner Haut, seine sinnliche Bereitschaft zu genießen bringt in ihn Kontakt zu manchen Künsten, besonders der Malerei. Dieser Mond fühlt sich in der "Sesshaftigkeit" wohl, bei disharmonischen Aspekten ergeben sich daraus Trägheit, Starrheit und Schuldzuweisungen auf andere Personen.


Mond in Zwilling

hier der Mond luftig, da er in einem Luftzeichen steht. Dieser Mond macht leicht und lustig, gleich wie einer Feder, die sich durch die Luft bewegt und spekuliert, wo sich sich interessanterweise niederlassen möchte. Immer auf der Suche nach Spiel, Unterhaltung, Neugier, Information und Austausch lässt diesem Mond vielleicht einen guten Jornalisten, Schriftsteller, Schauspieler oder Wissenschaftler abgeben, aber rein gefühlsmässig an der Oberfläche verweilen. Man "umspielt" seine Gefühle mit großer Geschicklichkeit und Beweglichkeit, man unterhält sich über seine Gefühle rhetorisch so brillant, bis man die seelischen Botschaften zerredet hat. Am besten zeigt sich hier die Mimikri als Ausdruck in der Pantomine. Einer Sonne im Zeichen Skorpion oder Steinbock bringt dieser Mond evtl. eine ersehnte Leichtigkeit ins Dasein.


Mond in Krebs
hier steht der Mond in einem Wasserzeichen, seinem "Heimatzeichen", dort ist er in seinem Domizil. Nährender, fürsorglicher, beschützender, gefühlvoller, häuslicher geht es nicht. Es ist das natürliche Talent der Mutter, der Kreis der Familie, die Herkunft und unsere Ahnen. Die hohe seelische Empfindlichkeit kann auch gegenüber anderen einen Schutzwall aufbauen, um diese lebenserhaltende Systeme zu schützen. Menschen mit Mond im Krebszeichen haben gute Abwehrmechanismen, um eben diesen Schutz zu gewährleisten. Dazu gehört auch der eigene Schutz, sowie die damit verbundenen Rückzugstendenzen und eine gewisse Wachsamkeit aus Angst vor dem bösen Blick. Die Neigung alles persönlich zu nehmen und überempfindlich zu sein, kann in einem falsch gewählten Beruf, indem es unpersönlich zugeht, sehr unglücklich machen. Man träumt lieber einen Traum, als sich der harten Wirklichkeit zu stellen.  Der Mond im Krebs hat die Herrschaft über die Seele.


Mond in Löwe
hier ist der Mond feurig, da er in einem Feuerzeichen steht. Hier findet die Bereitschaft statt, sich in allem sonnen zu wollen und können. Man ist aufgeschlossen gegenüber dem Hellen, Freudigen und Schönen. Alles was Licht, Glanz und Wärme verbreitet, wird gerne für die eigene Person verwendet. Für Lob und Schmeichelei ist man sehr aufgeschlossen, für Kritik weniger, da es das Selbstverständnis mindert. Hier finden wir den Schauspieler, der sich im Beifall sonnt, aber auch den Menschen, der mit herzlichen Gefühlen seinen Mitmenschen begegnet. Der Mond im Löwen kann einen geborenen Lehrer darstellen, weil er die Herzen der Kinder mit der eigenen Herzlichkeit - aus einer natürlichen Autorität - erobern kann.  Auch wenn der Mond sich in diesem Zeichen nicht unwohl fühlen mag, so ist er dennoch hier nicht aufgehoben, da sich die Geborgenheitszentrale Mond zu sehr auf "Bestrahlung" ausrichten muss.


Mond in Jungfrau
hier ist der Mond erdig, da er in einem Erdzeichen steht. Hier fühlt man sich wohl, wenn das Empfundene analysiert, detailliert und geordent wird. Das bringt Sicherheit und eine klare Struktur. Jungfrau ist das Zeichen, welches hinter allem den Nutzeffekt sieht, indem Ökonomie und Sparsamkeit Vorrang haben. Hier muss sich der der gefühlvolle Mond in diesen Egoismus stellen und somit bleibt er bescheiden. Er gibt sich in ein praktisch-intellektuelles Gebiet und seine besten Seiten zeigen sich hier in der Freude des sich nützlich machen und produktiv zu sein. Nützlich und wohl fühlt sich hier der Mond, wenn er hilfsbereit sein kann, seinen Dienst anbieten kann und Erfüllung in der Arbeit findet. Sobald in seinem perfektionistischen Weltbild etwas nicht stimmt, somatisiert er und wird von Selbstzweifeln geplagt. Eine gesunde Lebensweise ist wichtig.


Mond in Waage
hier ist der Mond luftig, da er in einem Luftzeichen steht. Wieder geht es leicht und beschwingt zu, aber mit Etikette und dem Anspruch auf einen Wohlfühl-Luxus. Hier lebt der Künstler einen Traum vom Du, mit dem der sich ständig konfrontieren möchte, um sich als ganzer Mensch zu fühlen. Mit dieser Mondstellung kann man nicht alleine sein. Mann oder Frau verfügt über eine hohe Werbekraft und eine romantische Natur. Der Mond in diesem Zeichen fühlt sich wohl in der Vermittlung zwischen Partnern und dem Ausgleich von Gegensätzen. Ein starker Gerechtigkeitssinn, diplomatisches Geschick und persönliche Anmut sind schöne Eigenschaften dieses Zeichens. Bei schlechten Aspekten finden sich Eitelkeit und Gefallsucht.


Mond in Skorpion  
hier ist der Mond wässrig, da er in einem Wasserzeichen steht. Dieser Mond möchte sich in seinem seelischen Ehrgeiz vor die Sonnennatur des Geborenen stellen. Im Zeichen Skorpion findet unter anderem die Fixierung der Idee statt. Die Intensität dieses Gefühlsmusters lässt keine Freiräume und kreativen Möglichkeiten zu.  Die Fähigkeit des Skorpions zur Manipulation kulminiert in magischen Zeremonien, in Ritualen und damit auch Begrenzungen und Vorgaben. Der Mond muss hier ein düsteres Spiel mitspielen, sein persönlicher Einsatz wird hier kontrolliert. Da hier auch Magie im Spiel ist, kann man Sexualität zum Mittelpunkt des eigenen Interesses machen, um in intensiven Kontakt zu sich selbst und zum anderen zu kommen. Der Trieb um zum Kern einer Sache vorzudringen, kann Rücksichtslosigkeit bis Grausamkeit hervorbringen. Der Zwang zum Muss ist nicht aufzuhalten, hier warten die starken Fixationen auf eine Erlösung, die durch starke schmerzhafte Transformationen erfahren werden müssen. Hier kann Sucht zur alles dominierenden Macht werden. Diese Mondstellung eignet sich hervorragend für Therapeuten und Ärzte, da sie die wunden Punkte entdecken und erkennen vermögen und somit Heilungsprozesse anregen können. 


Mond in Schütze
hier ist der Mond feurig, da er in einem Feuerzeichen steht. Seiner Entfaltung steht er unproblematisch gegenüber, da er sich den Raum dafür schafft, den er dazu braucht. Hier braucht man die große Bühne des Lebens um sich zu spüren. Dieser Mond gibt sich selbst den bedeutenden Auftrag moralische Gesetze, Ethiken und Glaubenssysteme zu verkünden, da er es in seinem Willen und seinen inneren Orakeln so fühlt. Hier kann man schnell von sich selbst verblendet sein, weil alles heroische Züge annehmen kann. Idealerweise fände sich ein Schützemond im Horoskop eines Priesters wieder, weil er seinen Gottesauftrag mit ganzem Herzen fühlen kann. 


Mond in Steinbock
hier ist der Mond erdig, da er in einem Erdzeichen steht. Das Zeichen Steinbock wird von Saturn regiert und hier vollzieht sich die Konzentration auf das stofflich Begrenzte. Hier kann sich der Mond in seiner Ureigenschaft nicht wohlfühlen und dieser Mangel an "innerem Fühlen" braucht einen Ausgleich. Um überleben zu können, ist die Lösung die Konzentration auf die Verwirklichung der Arbeitsziele, Verantwortung zu leben, Karriere zu machen, um äußere Anerkennung in der Welt zu empfangen. Menschen mit Mond im Steinbock hatten oft eine karge Kindheit oder übernahmen früh verantwortliche Inhalte für die Familie. Dieser Mond bekräftigt noch mal das Sonnenzeichen des Geborenen und gibt ihm die Autorisierung seiner Stellung im Horoskop. So gesehen verstärkt sich hier die Sonnennatur über den Befehl des Mondes. Der "Transport" der Gefühle zur Bewusstseinszentrale Sonne ist hier sehr realistisch. Aber das innere Kind ist traurig, weil es nicht spielen darf. Aber man hat ja Erfolg in der Welt. Das ist der Ersatz. Erst im späteren Leben ist man in der Lage lockerer zu werden, nachdem man seine aufgegangenen Saaten begutachten konnte.


Mond in Wassermann
hier ist der Mond luftig, da er in einem Luftzeichen steht. Hier fühlt sich der Mensch mit der ganzen Menschheit verbunden, was ihn sicherlich im Verständnis, in der Toleranz und in der Begegnung mit Menschen positiv erscheinen lässt. Aber letzten Endes entpersonifiziert ihn das in der Empfindung gegenüber der eigenen Person. Der Kontakt zu den ureigenen Gefühlen verblasst und verliert sich im Traum, für die ganze Menschheit da sein zu müssen. Diese Seele fühlt sich weder als Mann noch als Frau erkannt. Hier bleibt man oft einsam im Herzen, weil man zwischen sich und der Umwelt einen geistigen Filter legt, in dessen Ursprung sich ein heimlicher geistiger Adel gesellt hat. Somit sieht man sich als etwas Einzigartiges und bleibt doch mitten unter Menschen fremd.


Mond in Fische
hier ist der Mond wässrig, da er in einem Wasserzeichen steht. Hier fühlt sich der Mensch mit allem Seelenvorgängen verbunden, seine kosmische Erinnerung an viele Seelenerfahrungen wird zur unausprechlichen Wahrheit. Das Mitgefühl ist hier am meisten ausgeprägt. Man versteht alles und verzeiht alles, bis man möglicherweise in der Nivellierung stecken bleibt und jegliche Orientierung verloren hat. Die besondere Kraft dieses Mondes basiert aus dem "Mitleidenkönnen", was allerdings in der Übernahme des Leides vom anderen - die eigene Person schwächen kann. Abgrenzungsprobleme und das Gefühl undankbar behandelt zu werden, können zum persönlichen Problem werden. Eine spirituelle Ausrichtung im Leben erhellt die inneren Motive und lässt das vermeindlich Schwache als Verstehen eines allübergreifenden größeren Ganzen erkennen. Die mediale und mitfühlende Natur dieser Seele kann für andere Seelen Balsam sein. Somit sind die Mond-Fische Geborenen wichtige Helfer in Bereichen der Medizin, Altenpflege, in allen Bereichen der Grenzerfahrungen, z. B. in der Drogenszene, sowie in spirituellen Lebensberatungen.

  


 


©Hannelore Roller-Bollmann