Spirituelles Menschenbild
Menschsein bedeutet Menschwerden
Der Mensch hat keine Seele, er ist Seele! Wir sind Seelen in der Verkörperung Mensch, Seelen, die eine menschliche Erfahrung machen wollen. Wir sind Mensch geworden, um Mensch zu werden. Hier auf diesem Einweihungsplanet Erde.
Es gibt einen strengen Gegensatz zwischen dem Weg nach Innen und dem, was man für das Äußere hält. Der Weg nach Innen ist genauso gefährlich wie der Weg nach Außen - wie die zig-tausend Sekten, Zirkel und Vereinigungen, die es heute in dieser Richtung gibt, sehr deutlich beweisen. Wir müssen die beiden Erscheinungsformen erkennen und die Mitte zwischen diesen beiden extremen Polen finden. Es ist der Weg des Messers Schneide. Denn - schmal ist der Grad zwischen dem richtigen und dem verkehrten. Das Thema heisst: der Weg nach Innen zum Dienst am Außen. Der Weg nach innen entgegen dem äußeren ist nicht nur falsch, sondern ist die schlimmste Waffe des "Bösen", gerade weil es zunächst richtig erscheint. Es geht nicht darum, dass wir versuchen, vom Bösen erlöst zu werden, denn das wird uns nie gelingen. Der Mensch ist dazu geschaffen, dass er mithilft, das "Böse" zu erlösen, indem er es nicht fürchtet. Dieser messerscharfe Pfad zwischen diesen Polen, das ist der Auftrag des Menschen.

Wenn wir unser Bewusstsein schulen und uns mit Licht und Liebe in Verbindung setzen, dann sind wir auf dem Weg zur Vollkommenheit. Gott sehnt sich nach nichts mehr als nach unserer Liebe.
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Die neun Geburten der Menschenseele
Die 1. Geburt
ist das Eintreten in die Erde durch Zeugung und Empfängnis. Eine Seele ist eine rein geistige Wesenheit. Wenn sie sich verkörpern will, dann geschieht das durch die verschiedenen Schichten der Materialisierung hindurch: Sie bildet einen Kausal-Leib, einen Mental-Leib, einen Astral-Leib und schließlich den physischen Leib, der durch die entsprechenden Eltern manifestiert wird. Eigentlich müsste der Moment der Zeugung für die astrologische Berechnung massgebend sein. Aber dieser Zeitpunkt ist im allgemeinen unbekannt. Deshalb setzt sich die Astrologie und auch die Numerologie mit der äußeren Geburt auseinander.
Die physische Manifestation wird durch das Erbgut der beiden Eltern gebildet, die erste prägende Umwelteinwirkung ist der Mutterleib. Wir wissen aus der Tiefenpsychologie, dass diese entscheidende Phase mit der Körper- und Gemütsverfassung des heranwachsenden Kindes verknüpft ist. Ein Kind in sich heranwachsen zu lassen ist deshalb eine der verantwortungsvollsten Funktionen, die ein Mensch überhaupt ausüben kann. Deshalb sollte nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater für diese wichtige Aufgabe die bestmöglichsten Lebensbedingungen für ihr Kind schaffen.
Die 2. Geburt
ist das Heraustreten des Körpers aus der Mutter in eine selbstständige Existenz.
Auch dieses Geburtserlebnis ist wiederum lebensbestimmend. Hier wird der "Durchbruch" geschafft. Dieses Erlebnis wird als lebenslange Erinnerung mitgenommen, sowohl von der Mutter, als auch vom Geborenen. Astrologisch gesehen stellt dies den "Aszendenten" dar. Die Geburt ist bestimmend für unser ganzes Leben. So wie wir ins Leben eingetreten sind, stellen wir uns dem Leben. Hatten wir eine leichte Geburt, so wird uns das Leben leicht erscheinen. Hatten wir eine schmerzhafte Geburt, dann erwarten wir vom Leben, dass es ein Kampf bleibt. Die Geburt der Seele in den Körper und das Ego hinein, vollzieht sich nach dem individuellen Auftrag.
Die 3. Geburt
ist das Erkennen der eigenen Person im Bewusstsein. Hier vollzieht sich die Loslösung von der Mutter und die eigentliche Individualität beginnt. Das bedeutungsvolle Wort "Ich", das nur der Mensch zu sich selbst sagen kann, ist hierfür kennzeichnend. Das bedeutet aber auch, durch die Bewusstwerdung des "Ichs" das Getrenntsein vom anderen zu erfahren. Diese Erfahrung begleitet uns durch das gesamte menschliche Leben. Die Zeit der 3. Geburt erlebt der Mensch zwischen Trotz - und Spielalter.
Die 4. Geburt
ist die "Pubertät". Sie fällt im allgemeinen in die Schulzeit. Dies ist eigentlich eine doppelte Geburt. Die Geburt einer vollentwickelten Individualität auf der einen Seite und in die mitmenschliche Gemeinschaft auf der anderen Seite, beides findet gleichzeitig statt. Der körperliche Reifungsprozess wird beschleunigt und die Gemüts- und Intelligenzentwicklung wird verlangsamt. Dadurch ensteht eine Diskrepanz. Sexuelle Überbetontheit aber auch Ablehnung der Triebhaftigkeit fordern den jungen Menschen. Der Mensch ist aber imstande mit der nun ausgereiften Vernunft zu steuern. Die Pupertät ist die Geburt in ein Erwachsensein hinein und der Mensch nimmt sich hier vom Ich zum Du wahr. Dieser menschliche Reifungs- und Lernprozess gehört zu einer voll entwickelten Persönlichkeit, hier finden wir unseren Platz in der Gemeinschaft. Leider bleiben viele Menschen in dieser Phase "stecken".
Die 5. Geburt
ist die Geburt zu sich selbst, d.h zum Gewahrwerden des eigentlichen Selbst. Es weiss jetzt das Ego, was es eigentlich ist: eine freie Seele, ein individualisierter Teil Gottes, ein Strahl höchstes Bewusstseins, ein unsterbliches Wesen! Psychologisch so ausgedrückt: Vom personalen, egoistischen Ich gelangt der Mensch zum transpersonalen, allgemeinmenschlichen Selbst. Denn jetzt erst weiss das Ego, was Menschensein gemäss der Schöpfungsidee Mensch bedeutet: ein Sich-selbst-erkennen als Ebenbild, Spiegelbild Gottes. Wir befinden uns im Beginn des "Wassermannzeitalters", hier ist die 5. Geburt die selbstverständliche Fortsetzung der vorhergegangenen, hier verliert sie auch den unangebrachten Anschein des Außergewöhnlichen. Ob nun Zen-Praktizierender oder christlicher Mystiker, jeder findet seinen Weg zum vollendeten Menschen.
Die 6. Geburt
ist die Selbsterkennntis, d.h. das Wissen ist Gewissheit geworden. Ab dieser Geburt sind die einzelnen Übergänge in die nächsten Geburten fliessend. Der körperlichen Zeugung entspricht nun die geistige Überzeugung, weniger durch die Worte, als durch das ganze Wesen. Lebenslauf und und Lebensaufgabe sind nun identisch geworden. Alle persönlichen Wünsche und Bedürfnisse dienen der einen Aufgabe. Von nun an kann man sich nicht mehr "allein und einsam" fühlen, denn die Erfahrung ist nun unverlierbar einverleibt: ICH BIN ALL-EIN und EIN SAME des Menschenwesens in die Erde gesenkt, um in Menschengestalt zu keimen und als vollendete Menschform zu erblühen.
Die 7. Geburt
ist die Selbstverwirklichung, durch die das Erkannte immer weiter in die Tat umgesetzt wird. Hier ist nun das Bewusstsein fähig, sich selbstständig in der spirituellen Welt zu bewegen, ohne bindende Abhängigkeiten von Menschen, Umständen, Gepflogenheiten oder Meinungen. Hier ist Selbstverwirklichung gleichbedeutend mit Selbstbefreiung durch Übernahme immer größerer Verantwortung, indem man unbeirrbar dem angeborenen Gewissen folgt.
Die 8. Geburt
ist die Selbst-Erfüllung, d. h. die Überhöhung aller äußeren Teilerfolge durch immer vollkommeneres inneres Erfülltsein vom Göttlich-Ganzen. Jetzt erwacht das große ICH BIN der transpersonalen Seele als individualisierter Teil Gottes. ICH BIN ein UR-TEIL - mein URTEIL. Jeder Sonderschein ist geschwunden in der beglückenden Erkenntnis, dass es im All-Einen gar keine anderen gibt. Durch die 8. Geburt entwächst der Mensch schließlich jeder begrenzenden Fixierung, (materieller Besitz, intellektuelles Wissen, allgemeine Lebensumstände), weil die dynamische Strahlkraft seines Wesens stärker geworden ist als alle physischen und psychischen Gegenwirkungen
Die 9. Geburt
ist die Selbst-Vollendung, in der die Schöpfungsidee "Mensch" ihre vollkommene irdische Realisierung gefunden hat. Das Ziel der Menschwerdung ist erreicht, alle irdischen Verkörperungen sind durchlaufen und man kann endgültig in die spirituelle Welt zurückkehren.
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Bewusstsein 
Bewusstsein bedeutet bewusstes Sein in verschiedensten Bewusstseinsgraden
- vom absoluten, für uns unfassbaren Bewusstsein und dem
- universellen, allumfassenden göttlichen Bewusstsein über das
- kosmische, astrale, planetare und humane Menschheitsbewusstsein bis zum
- individuellen Persönlichkeitsbewusstsein des einzelnen Menschen und weiter über das
- tierische, pflanzliche und mineralische Bewusstsein bis hinab zum
- molekularen und elementaren Bewusstsein (Monade).
Demnach ist alles was in Erscheinung tritt Bewusstsein, in fortschreitender Offenbarung, so dass es sich bei geistiger Entwicklung eigentlich nicht um Bewusstseinserweiterung oder Bewusstseinssteigerung handelt, sondern um ein immer klareres Gewahrwerden der Tatsache, dass höchstes Bewusstsein das Wesen Gottes und damit auch des Menschen ist.
Der Egoismus ist die Verhaltensweise des "unerleuchteten" Egos, er hält seine materielle Existenz für das einzig Wirkliche und betrachtet daher das Leben als ständigen "Existenzkampf".
Erleuchtung bedeutet Erweckung, Erlösung, Befreiung, "Geist-Geburt". Der Mensch erwacht aus dem bewusstseinsverdunkelten Lebenstraum zum "Licht der Erkenntnis" und wird dadurch von täuschenden Irrtümern erlöst. Damit wird im Ego die Geistesblindheit aufgehoben und das Seelenbewusstsein des unverkörperten Selbst wiedererlangt.
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Die Seele

Alles was in Erscheinung tritt ist ein Teil der Weltseele in verschiedenartigsten Formen der Verkörperung.
Die Seele ist die verbindende Instanz zwischen dem Überzeitlichen, nicht-materiellen, vollkommenen Selbst und der zeitlichen, materiebehafteten zumeist unvollkommenen Persönlichkeit. Die Seele ist das Prinzip, das allen Formen Qualität, Charakter und Bewußtsein verleiht.
Ein lebender Mensch hat demnach nicht eine Seele, sondern er ist eine verkörperte Seele, die beim Sterben ihre grob- und feinstoffliochen Hüllen wieder ablegt.
Das Selbst ist der "individualisierte Teil des Göttlichen", den die Seele zum Ausdruck bringt.
Spirituelle Vollkommenheit bedeutet die vollkommene Ausprägung und Auswirkung des göttlich-geistigen Wesens in der irdisch-menschlichen Erscheinung.
Sünde bedeutet den Verlust der Geborgenheit im All-Einen, das Herausfallen aus dem Gesamtzusammenhang des Göttlich-Ganzen. Die daraus resultierende Folge ist Trennung und Gegensätzlichkeit, Verneinung und Verdammung, das Leid der Welt. Und doch - in dieser polaren Schöpfung ist dies die notwendige Voraussetzung einer generellen Evolution. Für eine in dieser Schöpfung verkörperten Seele ist dies die unausweichliche Vorbedingung der individuellen Transformation, um die ursprüngliche Einheit und Ganzheit wiederzufinden und alles vorübergehende Leid in unvergängliche Freude zu verwandeln.
Es ist das "große Spiel", das die Gottheit mit sich selbst spielt.
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I wie Imagination, Inspiration, Instinkt, Intellekt, Intuition
Imagination bedeutet "Einbildung". Die bildhafte Vorstellung, durch die Gedachtes erst mit seelischer Energie erfüllt wird und so in allen Bewusstseinsbereichen wirksam werden kann. Gleichbedeutend mit Fantasie, d. h. subjektiv geprägtem Erleben und Gestalten des Allgemeingültigen (das "innere Bild")
Inspiration bedeutet "Einhauchung". Einer geistigen Offenbarung entspringende Eingebung, die allgemeingültig und verpflichtend ist und keinerlei subjektive Prägung mehr gestattet. Daher werden inspirierte Schriften und Symbole in allen Zonen und zu allen Zeiten in vollständiger Übereinstimmung verkündet bzw. gestaltet (das "innere Wort")
Der Instinkt ist auf einen Reiz hin zwingend ablaufende Reflexkette, durch die das einzelne Tier von der Gattungsseele "ferngesteuert" wird. Instinkte sind begrenzt und unveränderlich, so dass eine ganze Tierart aussterben muss, wenn ihre Instinkte nicht mehr mit der Evolution übereinstimmen. Beim Menschen sind die Instinkte verkümmert, da sonst kein freier Wille möglich wäre. Die Autonomie der Einzelsseele ist also notwendigerweise mit dem Verlust der Instinkte verknüpft, weshalb der Mensch einerseits jeden Blödsinn anstellen kann, vor dem das Tier durch die Instinkte geschützt ist, andererseits aber unbegrenzt lernfähig ist und sich jeder Situation anpassen kann.
Der Intellekt ist das sehr begrenzte begriffliche Denkvermögen, das wie ein Computer nur Eingegebenes verarbeiten kann. Der Intellekt kann nur Kenntnisse sammeln, nicht aber wesenhafte Erkenntnis gewinnen. Er kann Einzelheiten zusammentragen und ordnen (Analyse), aber nicht zu übergeordneter Gesamtschau und wesentlicher Einsicht führen (Synthese).
Intuition bedeutet "Einweisung". Höchster menschlicher Bewusstseinsbereich als unmittelbarer Ausdruck göttlicher "Liebe-Weisheit". Direkte, unreflektierte Erfahrung der einen Wahrheit und Wirklichkeit, die jederzeit auch im "unerleuchteten" Bewusstsein blitzartig auftauchen kann und sich dann als das absolut Richtige bzw. Bestmögliche erweist. (die "innere Führung")
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Karma

Karma ist also nicht eine starre, unerbittlich ablaufende und daher exakt berechenbare "Wirkungskette", sondern die lebendige, flexible und daher immer unberechenbar bleibende Verknüpfung von Saat und Ernte. Der indische Begriff "Karma" ist eigentlich identisch mit dem christlichen Wort "Gnade".
Das menschliche Saatgut sind die Gene, die Vererbungsträger. Diese sind kein Zufallsprodukt, sondern werden von der sich verkörperten Seele im Zeugungsakt in die Erde gesenkt, um damit ihre individuelle Bestimmung erfüllen zu können, die sie vorher aufgrund ihrer Einsicht in den Plan der Evolution freiwillig (frei-will-ich) gewählt hat. Jede menschliche Erscheinungsform trägt die Schöpfungsidee "Mensch" als "Ebenbild Gottes" in sich, so wie jedes Samenkorn das Idealbild der betreffenden Pflanze enthält. Unsere einzige Lebensaufgabe ist es, ein immer bewussterer Mensch zu werden. Karma ist also nichts anderes als ein Entwicklungsweg zur Vollendung.
Krankheit und Not, Unglück und Verlust sind im Grunde Auswirkungen der göttlichen Gnade (Karma), die wir nicht beklagen sollten, sondern in Dankbarkeit hinnehmen sollten, als deutliches Warnzeichen dafür, das wir vom rechten Weg abgekommen sind.
Es gibt nichts, wofür wir nicht von Herzen dankbar sein können.
Du musst die Nacht mit neuen Augen sehen,
dann kannst du immerdar im Lichte stehen!
(Angelus Silesius)